15 Jahre IFA - Lernen und Arbeiten im Ausland
Mobilität und Weiterbildung von Fachkräften im Fokus
Der Verein für Internationalen Fachkräfteaustausch, kurz: IFA, feierte am
30. Juni 2010 im Forum Mozartplatz sein 15jähriges Bestehen. IFA widmet sich seit seiner Gründung am 5. Oktober 1995 vorrangig der Vermittlung und Organisation von Auslandspraktika und hat sich auf die Betreuung von Personen während und nach der beruflichen Erstausbildung spezialisiert.
Was geschah in den letzten 15 Jahren?
- Über 4 000 Auslandspraktika wurden von IFA für Lehrlinge, SchülerInnen berufsbildender Schulen, Fachkräfte, AusbilderInnen aus Betrieben, LehrerInnen aus berufsbildenden Schulen und EntscheidungsträgerInnen organisiert.
- Knapp 15 000 Stipendien wurden im Rahmen der Begabtenförderung an Lehrlinge und LehrabsolventInnen, die sich fachspezifisch weiterbilden, vergeben. Das entspricht einem Fördervolumen von etwa sechs Millionen Euro.
- Seit 2001 ist IFA Partner in europäischen Projekten, die sich mit der Qualität von Mobilität, der Anerkennung von im Ausland erworbenen Kompetenzen und der Bildung von europäischen Netzwerken beschäftigen.
- IFA ist vom Nationalen Europass Zentrum (NEC) beauftragt, die Verwaltung und Vergabe des Europass Mobilitätsnachweises für ganz Österreich durchzuführen. Im Jahr 2009 wurden 2 700 Registrierungen gezählt.
- Mittlerweile ist IFA in Europa als best practice Beispiel für „intermediary organisations“ (d.s. Organisationen, die Unternehmen und Lehrlingen den Zugang zur europäischen Mobilität erleichtern, indem sie beraten und unterstützen sowie Formalitäten und Organisation von geförderten Praktika übernehmen) bekannt.
Bei der Veranstaltung am Mittwoch, dem 30. Juni, wurde in einem ungezwungen Gespräch mit vier Lehrlingen, die bereits Erfahrungen im Ausland gesammelt haben oder dem ersten Auslandsaufenthalt entgegenfiebern, ein authentischer Einblick in die Austauschprogramme für Lehrlinge vermittelt. Der Lehrling Ralph Wegesser sagte: „Man muss nicht dieselbe Sprache sprechen um im Ausland mitzuarbeiten, man versteht sich auch so.“
In dem darauffolgenden Podiumsgespräch kamen Vertreter der Gründungsmitglieder BMWFJ und WKÖ sowie PartnerInnen von IFA zu Wort.
Sektionschef Mag. Herbert Preglau (Leiter der Sektion Unternehmen im BMWFJ) betonte, wie wichtig es ist Erfahrungen im Ausland zu sammeln. „Ich selbst blicke auf mehrere Jahre Auslandserfahrung in Belgien zurück und weiß, wie ein Auslandsaufenthalt das weitere Leben positiv prägt“. Weiters merkte er an, dass es notwendig ist eine Servicestelle mit Engagement und Verstand zu haben. „Wir standen von Beginn an hinter der Institution IFA und werden dies auch weiterhin tun.“
„Die Lehrlingsausbildung und die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sind tragende Säulen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Fachkräften in Österreich. Um ,am Ball zu bleiben’ bedarf es aber permanenter Weiterbildung. Mit den Stipendien der Begabtenförderung werden weiterbildungsaktive Fachkräfte unterstützt“, hebt Dr. Michael Landertshammer, Leiter der Bildungspolitischen Abteilung der WKÖ und des WIFI Österreich hervor.
Der Mehrwert von Auslandspraktika für Lehrlinge ist für Alexandra Eichinger, Lehrlingsbeauftragte bei IKEA Österreich, unumstritten: „Die Eckpfeiler in der Lehrlingsausbildung sollten Individualität, Qualität und Mobilität sein. Ich kann nur jedem Unternehmen raten Lehrlingen die Erfahrung, im Ausland zu arbeiten, zu ermöglichen. Auch das Unternehmen profitiert dabei.“
In Deutschland wurden vor kurzem in den Industrie- und Handelskammern sowie in den HandwerkskammernMobilitätsberaterInnen installiert. Die Koordinatorin Mag. Jacqueline März sagt zu Beginn, dass „Deutschland zwar wesentlich größer ist als Österreich, aber nicht mobiler“. Sie erklärt, dass „die MobilitätsberaterInnen Unternehmen informieren, beraten und unterstützen und damit helfen, Lehrlingen oder Fachkräften ein Praktikum im Ausland zu ermöglichen. Die Aufgaben der MobilitätsberaterInnen in Deutschland sind ähnlich der Tätigkeiten von IFA.“
Christoph Fassl, Chemieverfahrenstechniker und Empfänger eines Begabtenstipendiums betont: „Weiterbildung ist heutzutage unumgänglich, um Erfolg zu haben. Die finanzielle Unterstützung für die Vorbereitung auf die Werkmeisterprüfung und die Berufsreifeprüfung hat mir sehr geholfen. Gut, dass es Institutionen wie IFA gibt, die jungen Menschen die Möglichkeit bieten, eine Förderung für Weiterbildung in Anspruch zu nehmen.“
Nach der Überreichung der Begabtenstipendien, von Urkunden und Gutscheinen an EmpfängerInnen der Begabtenförderung – stellvertretend für etwa jährlich 900 Personen – plauderten die Gäste beim Buffet, das von SchülerInnen der Berufsschule Geras vorzüglich zubereitet und gekonnt serviert wurde, Informationen wurden ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft.
Durch die Festveranstaltung führte professionell und locker zugleich Ö3 Moderator Gustav Götz.
Mehr als 100 PartnerInnen aus Industrie und Wirtschaft, VertreterInnen des BMWFJ, der österreichischen Wirtschaftskammern, von Unternehmen und berufsbildenden Schulen, Lehrlinge, FacharbeiterInnen und Freunde haben mit dem IFA-Team gemeinsam gefeiert. Für die gute und zielführende Kooperation sei allen herzlich gedankt.
Das IFA-Team wird auch in Zukunft sein Bestes geben!
Monika Thum-Kraft, Susanne Klimmer
Roswitha Hinterstein, Sabine Hofstätter, Carina Flandorfer
Ines-Maria Schweiger, Sabine Hafenscherer, Esther Brandl, Irmtraud Beyer


